TKTL1 Ernährung benutzt wenig Kohlenhydrate
Naturheilzentrum
Marita Müller
Heilpraktikerin

Die TKTL1 Ernährung

Der deutsche Biochemiker und Nobelpreisträger Otto Heinrich Warburg (1883-1970) beschrieb 1924 als erster, wie sich der Stoffwechsel aggressiver Tumorzellen von dem gesunder Zellen unterscheidet. Warburg fand heraus, dass derartige Krebszellen Glucose zu Laktat vergären, selbst wenn genügend Sauerstoff vorhanden ist – der so genannte Warburg-Effekt. Der Vergärungsstoffwechsel ermöglicht den Tumorzellen auch dann weiter zu wachsen, wenn die Versorgung mit Sauerstoff nicht mehr gewährleistet ist. Gesunde Zellen hingegen verbrennen Glucose in Anwesenheit von Sauerstoff unter hoher Energieausbeute zu Kohlendioxid und Wasser. Otto Warburg erhielt für seine Entdeckungen 1931 den Nobelpreis. Schon damals folgerte er, dass seine Beobachtungen die Ursache für Krebs erklären könnten. Die genauen Mechanismen, die zum Abschalten der Verbrennung und zum Anschalten der Vergärung in Zellen führen, konnte er jedoch nicht erläutern.

Die Entdeckungen des deutschen Krebsforschers Dr. Johannes Coy klären erstmals die Grundlagen für den Warburg-Effekt auf. Nachdem Dr. Coy bereits während seiner Tätigkeit am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg auf das TKTL1-Gen stieß, folgte 2005 der Nachweis des Enzyms TKTL1 (Transketolase-like-1), welches für die Vergärung von Glucose zur Energieversorgung der Tumorzelle verantwortlich ist. Durch die Aktivierung des TKTL1-Enzyms in Krebszellen sind diese in der Lage, auch dann Energie aus Glucose zu gewinnen, wenn nicht genügend Sauerstoff für eine Verbrennung der Glucose vorhanden ist. Hierdurch kann auch ohne die Kraftwerke der Zelle - die Mitochondrien - Energie produziert werden.Steht der Zelle genügend Glukose zur Verfügung, ermöglicht ihr das Enzym TKTL1 ausreichend Energie zu gewinnen und sich über Zellteilungen ständig zu vermehren. Dabei werden große Mengen an Milchsäure gebildet.

Die TKTL1-Ernährungstherapie zielt ausschließlich auf den Vergärungsstoffwechsel in Zellen. Sie nutzt die Schwachstellen von vergärenden Tumorzellen aus. Diese benötigen zur Energiegewinnung im Vergleich zu gesunden Körperzellen wesentlich mehr Glucose und sind nicht mehr in der Lage, Fette und Öle zu verbrennen. Das Prinzip dieser Therapie besteht daher im Wesentlichen darin, auf den Verzehr von Zuckern und Kohlenhydraten zu verzichten und sich statt dessen von Fisch, Fleisch und Gemüse zu ernähren. Da dies in der Praxis nicht immer leicht zu realisieren ist, wurden spezielle Produkte konzipiert, die die Umsetzung einer solchen Ernährungsweise erleichtern.

Fachverband Deutscher Heilpraktiker
Wie wird der TKTL1-Stoffwechsel nachgewiesen?
Zurzeit steht ein Testverfahren zur Verfügung, mit dem ein ausgebildeter Pathologe das entnommene Tumormaterial auf TKTL1-Enzymaktivität untersuchen kann. Dabei werden TKTL1-positive Zellen angefärbt. Für weitere Informationen sprechen Sie mich gerne an oder folgen Sie diesem Link.
Wirkungen
Die TKTL1-Ernährungstherapie basiert im Wesentlichen auf den Verzicht kohlenhydratreicher Lebensmittel. Jetzt werden Sie denken, wie soll das möglich sein?! Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Fertigprodukte und vor allem Süßigkeiten enthalten reichlich Kohlenhydrate, und damit den Zucker Glucose. Sie machen einen wesentlichen Bestandteil der täglichen Ernährung aus. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt immerhin einen täglichen Kohlenhydratanteil in der Nahrung von 55%.
Doch die Empfehlungen für einen Krebspatienten sehen nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen anders aus. Der Vergärungsstoffwechsel in Tumorzellen ist auf die Zufuhr von Glucose angewiesen. Daraus ergeben sich für den Patienten zwei Möglichkeiten:

er bekommt Medikamente verschrieben, die den Vergärungsstoffwechsel der Tumorzellen hemmen – derartige Medikamente sind jedoch noch in der Entwicklung und frühestens in 4 Jahren auf dem Markt verfügbar
er stellt seine Ernährung um und entzieht dem Tumor auf diese Weise seinen Treibstoff